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Depressionen treffen häufiger Männer mit MS als Frauen

Depressiver SmileyMänner mit Multipler Sklerose entwickeln häufiger Depressionen als gesunde Männer. Das haben kanadische Wissenschaftler anhand der Daten von rund 44.000 MS Patienten und 220.000 Kontrollpersonen ohne MS belegt. Die Untersuchung belegt, dass Menschen mit MS – Männer wie Frauen – ein gegenüber der Gesamtbevölkerung erhöhtes Depressionsrisiko aufweisen.

Bei Männern mit MS ist der Erhebung zufolge das Risiko, Depressionen zu entwickeln, allerdings deutlich ausgeprägter als bei Frauen.1 

 

Yoga kann Stress, Schmerzen und Fatigue lindern

Blumen - IconMenschen mit Multipler Sklerose, die regelmäßig Yoga praktizieren, können dadurch nicht nur Stress abbauen, sondern auch Schmerzen lindern. Sie entwickeln außerdem weniger Ängste und klagen weniger über eine Fatigue. Das hat eine Studie an 60 MS Patienten ergeben, von denen die Hälfte an drei 60- bis 70-minütigen geleiteten Hatha-Yoga-Sitzungen pro Woche teilnahm. Gegenüber der Kontrollgruppe ohne Yoga-Übungen zeigten diese Personen die genannten positiven Effekte und gaben zudem auf Befragen auch eine deutlich verbesserte Lebensqualität an.2 

Mehr MS-Patienten ohne Behinderungen

Rollstuhlfahrer - IconRund 17 Jahre nach der Erstdiagnose sind nahezu 90 Prozent der Menschen mit Multipler Sklerose noch ohne Hilfe gehfähig. Das hat eine Studie des Forscherteams um Professor Dr. Stephen L. Hauser von der Universität von Kalifornien in San Francisco ergeben. Um zu eruieren, inwieweit die derzeitige Standard-Behandlung auf lange Sicht dem Auftreten von Behinderungen entgegenwirkt, haben die Wissenschaftler die Daten von 517 Patienten mit Multipler Sklerose ausgewertet, die über viele Jahre in dem Zentrum in San Francisco in Behandlung waren. Die Studienteilnehmer wurden bis zu zehn Jahre lang begleitet. Außerdem wurde rückblickend die Entwicklung von Behinderungen seit der Diagnosestellung erfasst. Dafür wurde die Standardskala EDSS (Expanded Disability Status Scale) genutzt, mit der systematisch Behinderungen erfasst werden.

Es zeigte sich, dass der EDSS-Wert bei 41 Prozent der Studienteilnehmer stabil blieb. Einen EDSS-Wert von 6 und mehr, was gleichbedeutend mit der Notwendigkeit von Gehhilfen oder eines Rollstuhls ist, erreichten lediglich 10,7 Prozent der Patienten. Die Entwicklung von Behinderungen war damit geringer als erwartet, wie die Forscher betonen. Denn in früheren Studien waren ihren Angaben zufolge vergleichbar schwere Behinderungen über einen solch langen Zeitraum bei etwa 50 Prozent der Patienten aufgetreten.3
 

Quellen

  1. Marrie RA et al., Neurology 2016; 86 (14): 1279–1286
  2. Hasanpour-Dehkordi A et al., J Clin Diagn Res 2016; 10 (6): VC01–VC05
  3. Cree BC et al., Ann Neurol 2016; 80 (4): 499–510

 

 

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