News & Tipps

News und Tipps

Sozialrechtliche Tipps - welche Hilfsmittel am Arbeitsplatz

Bei Menschen mit Multipler Sklerose können sich im Krankheitsverlauf Behinderungen entwickeln, die mehr oder weniger ausgeprägt sind. Sie können mit Beeinträchtigungen bei der Berufsausübung sowie bei Aktivitäten im privaten Alltag verbunden sein. Die resultierenden Einschränkungen lassen sich oft durch den Einsatz spezieller Hilfsmittel kompensieren. Welche Hilfsmittel den Betroffenen zustehen und wer als Kostenträger infrage kommt, ist Thema des zweiten Teils der Serie zu Hilfsmitteln bei der MS. 

Zur Person: Gabriele Landthaler ist Juristin und in der Sozialverwaltung tätig. Vor 17 Jahren wurde bei ihr eine Multiple Sklerose festgestellt.
 

Anders als oft angenommen, kommen keinesfalls nur Kranken- und Pflegekassen oder die Rentenversicherungen als Kostenträger in Betracht, wenn es um die Finanzierung von Hilfsmitteln für Aktivitäten im beruflichen oder auch im privaten Alltag geht. Es gibt vielmehr verschiedenste Institutionen, an die als potenzielle Kostenträger zu denken ist. Grundsätzlich gilt dabei, dass ein Antrag auf Kostenübernahme unbedingt vor der Anmietung oder dem Kauf des Hilfsmittels zu stellen ist. Anderenfalls kann der Kostenträger die Kostenübernahme per se verweigern.

An dieser Stelle sei zudem darauf hingewiesen, dass im Folgenden nur ein Überblick über einige Möglichkeiten der Beschaffung von Hilfsmitteln gegeben werden kann. In der Realität ist hingegen stets die individuelle Situation zu berücksichtigen.

Hilfsmittel am Arbeitsplatz

Schreibtisch - IconEine besondere Situation liegt vor, wenn Hilfsmittel benötigt werden, um die berufliche Tätigkeit adäquat oder sicher durchführen zu können. Liegt ein entsprechender Bedarf vor, so ist zu prüfen, inwieweit der Arbeitgeber an den Kosten zu beteiligen ist.

Der Arbeitgeber ist zudem für den Brandschutz sowie die Arbeitssicherheit verantwortlich. Dies ist bei der Beschaffung und dem Einsatz möglicherweise notwendiger Hilfsmittel zu berücksichtigen.

Als Kostenträger kommt ansonsten die Rentenversicherung in Betracht und bei schwerbehinderten sowie diesen gleichgestellten Personen gegebenenfalls auch die Bundesagentur für Arbeit sowie die übrigen Rehabilitationsträger und das Integrationsamt.

Kostenträger Rentenversicherung 

Sparschwein - IconDie Rentenversicherung bietet entsprechend dem Grundsatz „Rehabilitation vor Rente“ Personen, die die persönlichen und versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen, medizinische und berufliche Rehabilitationsleistungen. Die Leistungen umfassen Hilfsmittel, die insbesondere die behinderungsbedingten Nachteile am Arbeitsplatz ausgleichen sollen. Es handelt sich in diesem Fall also möglicherweise nicht um einen Behinderungsausgleich im Sinn der Leistungsverpflichtungen der Krankenkassen.

Die Leistungen der Rentenversicherung zur Teilhabe am Arbeitsleben richten sich weitgehend nach dem in § 33 Abs. 3 SGB IX aufgeführten Leistungskatalog. Dieser ist jedoch nicht abschließend. Die Leistungen an die Arbeitgeber orientieren sich an § 34 Abs. 1 SGB IX und sind ebenfalls nicht abschließend. Da das Gesetz (§ 16 SGB VI) auf die Regelungen des SGB IX verweist, ist der Schwerbehindertenstatus oder die Gleichstellung beim Antragsteller keine Leistungsvoraussetzung.

Kostenträger Integrationsamt und Integrationsfachdienste 

Ansprechpartner - IconDas Integrationsamt arbeitet eng mit der Agentur für Arbeit zusammen. Es kann schwerbehinderte oder gleichgestellte Arbeitnehmer, Beamte und Selbstständige durch finanzielle Hilfen aus Mitteln der Ausgleichsabgabe unterstützen. Gefördert werden können Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wobei der Arbeitgeber in einem angemessenen Verhältnis an den Gesamtkosten beteiligt werden kann.

Im Auftrag der Integrationsämter können die Integrationsfachdienste (IFD) oder der Rehabilitationsträger tätig werden. Arbeitgeber und Beschäftigte können sich durch den IFD bei Fragen und Problemen zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen beraten lassen. Diese Beratung umfasst neben Hilfsmitteln auch praktische Hinweise zur Zusammenarbeit. Darüber hinaus informiert der IFD über finanzielle Förderungen und unterstützt bei der Beantragung.

Weiterführende Informationen

Hilfsmittel am Arbeitsplatz / Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit:Icon- Büroklammer

  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA), www.baua.de, Informationen für die Praxis, Rechtsgrundlagen und Vorschriften
  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) www.bgw-online. de, Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz


Rehabilitation vor Rente: 

  •  Deutsche Rentenversicherung, www.deutsche-rentenversicherung.de, Services, Kontakt und Beratung sowie Broschüren und mehr, Rehabilitation
     

Integrationsämter:

  • Das im individuellen Fall zuständige Integrationsamt kann im Internet ermittelt werden durch Eingabe der Postleitzahl auf der Webseite www.integrationsaemter.de (Kontakt).
  • Der jeweils zuständige Integrationsfachdienst (IFD) ist im Internet zu erfahren: www.integrationsaemter.de (Kontakt/Integrationsfachdienste)


Hilfsmittel zur Teilhabe am Arbeitsleben / Kfz-Hilfe:

  • Deutsche Rentenversicherung, www.deutsche-rentenversicherung.de, Services, Kontakt und Beratung