Leben mit MS

Reisen mit der Familie

Verschiedene Vorlieben unter einen Hut bringen

Der eine möchte am liebsten einen sportlichen Aktivurlaub machen, der andere eine Städtereise und der dritte verbringt gerne seine Zeit im Liegestuhl am Strand. Es ist nicht einfach, alle Bedürfnisse so unter einen Hut zu bringen, dass jedes Familienmitglied im Urlaub auf seine Kosten kommt. Zu einer besonderen Herausforderung kann die Urlaubsplanung werden, wenn einer in der Familie an Multipler Sklerose leidet.  

Bildquelle: Sanofi Genzyme

Eine regelmäßige Auszeit von Alltagsstress mit gemeinsamen Erlebnissen und Zeit für Gespräche ist für Familien, in denen ein Mitglied an MS erkrankt ist, besonders wichtig, damit sich die Akkus wieder aufladen können. Urlaubsreisen sollten jedoch gut vorbereitet werden, um nicht am Zielort mit bösen Überraschungen konfrontiert zu werden oder mit erheblichen Einschränkungen leben zu müssen.

Gut geplant ist halb gewonnen

Bei der Urlaubsplanung sind die Vorlieben möglichst aller Familienmitglieder zu berücksichtigen und ebenso die gesundheitliche Situation des MS-Erkrankten. Gemeinsam ist zu planen, wie der Urlaub am besten gestaltet werden sollte. Ist ein Aktivurlaub angesagt oder eine Fernreise, um fremde Länder und Kulturen zu erleben? Oder soll es ruhiger zugehen, zum Beispiel mit Relaxen am Strand? Oder steht eher eine Städtereise an? Bei unterschiedlichen Interessen der einzelnen Familienmitglieder können die Ziele auch kombiniert werden zum Beispiel als Strandurlaub, der von Stadtbesichtigungen, ausgedehnten Spaziergängen oder Wandertouren im Hinterland unterbrochen wird.  

Entspannt in den Urlaub. Mitspracherecht für alle Reisenden

Welche Bedürfnisse die einzelnen Familienmitglieder haben und wie diese am besten zu realisieren sind, sollte schon frühzeitig besprochen werden. Offene Worte zum Umgang mit der MS gehören dazu. Welche gesundheitlichen Einschränkungen bestehen? Wie kann man damit am Urlaubsort am besten umgehen? Was ist in puncto Reisen für den Erkrankten gut zu bewältigen? Ein solcher Familienrat ist wichtig, damit sich der an MS Erkrankte nicht schlecht fühlt, weil er fürchtet, seinen Angehörigen zur Last zu fallen oder ihnen die Urlaubsfreude zu verderben. Ein offenes Gespräch ist ebenso für die Angehörigen bedeutsam, damit sie klipp und klar sagen können, wie sie sich selbst den Urlaub vorstellen. So kann zusammen an einer für alle passenden Feriengestaltung gearbeitet werden kann.

Bestens informiert in den Urlaub

Wer dazu entsprechende Anregungen braucht, ist gut beraten, sich online, in Foren oder im Reisebüro zu informieren. Bei körperlichen Einschränkungen gibt es auch die Möglichkeit, mit Organisationen wie dem Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. Kontakt aufzunehmen, der barrierefreie und für Rollstuhlfahrer geeignete Reisen plant und organisiert. Informationen dazu gibt es auf der Internetseite www.bsk-ev.org.

Mit der Urlaubsplanung kommt Vorfreude auf die Ferien auf

Ist die Entscheidung für ein bestimmtes Reiseziel gefallen, so geht es an die Vorbereitungen der Reise. Das kann mehr oder weniger aufwändig sein, je nachdem ob eine Reise in eine nahegelegene Ferienregion, ins europäische Ausland oder eventuell in ferne Länder geplant ist. Rechtzeitig prüfen sollte man, ob in der geplanten Ferienregion besondere Schutzvorkehrungen und spezielle Impfungen vorgeschrieben sind oder empfohlen werden.

Bei Reisen in ferne Länder ist auch an eine möglicherweise notwendige Malariaprophylaxe zu denken. Es ist dabei generell ratsam, sich rechtzeitig vor einem geplanten Urlaub in einem fernen, eher exotischen Land mit seinem Arzt zu besprechen und gegebenenfalls auch Rücksprache mit einem Reisemediziner zu halten.

Wie ist mit Zeitverschiebungen und der Medikamenteneinnahme umzugehen? Müssen die Medikamente speziell gelagert werden? Ist eine Kühlung notwendig – während der Reise und möglicherweise vor Ort? Was ist hinsichtlich der Medikamenteneinnahme zu berücksichtigen, wenn trotz aller Schutzmaßnahmen (kochen, schälen oder vergessen) einen doch Magen-Darm-Probleme ereilen sollten?

Die medizinische Situation vor Ort erkunden

Zu eruieren ist ferner, inwieweit vor Ort eine gute medizinische Versorgung gewährleistet ist, falls es doch einmal zu gesundheitlichen Problemen kommt. Für diesen Fall ist eine Rücksprache mit der Krankenversicherung ratsam und es sollte unbedingt auch ein Arztbericht mit Informationen zur MS und der aktuellen Behandlung mitgeführt werden. Es kann unangenehm und lästig sein, sich schon Wochen und Monate vor dem Urlaub mit solchen Fragen zu beschäftigen. Und doch ist eine sorgfältige Planung die beste Gewähr dafür, dass der Urlaub tatsächlich zu einer erholsamen und erlebnisreichen Zeit und insgesamt zur schönsten Zeit des Jahres für die ganze Familie wird.

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