Gut zu wissen

Multiple Sklerose – im Fokus der Neurologen

Rund 7.000 Experten haben in Berlin bei der Neurowoche 2018, einem der größten neuromedizinischen Kongresse in Europa, über Fortschritte bei der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Gehirns und des Nervensystems diskutiert. Ein Schwerpunktthema war dabei die Multiple Sklerose. Nachfolgend einige wichtige Nachrichten von diesem Kongress, der nur alle vier Jahre stattfindet.

Frühzeitig die richtigen Weichen stellen

Wichtig bei der Behandlung der MS ist es, schon früh die Weichen in die richtige Richtung zu stellen. Denn wenn schon frühzeitig eine effektive Behandlung entsprechend der individuellen Krankheitssituation erfolgt, sind die Chancen gut, die MS langfristig zu stabilisieren.

Das kann bedeuten, dass viele Erkrankte auf lange Sicht von der MS unbehelligt bleiben und ein weitgehend normales Leben mit guter Lebensqualität führen können. Darauf haben Experten in Berlin hingewiesen.

Blutmarker kann den Krankheitsverlauf anzeigen

Neuronen im Fokus der Neurologen Schon lange wird nach Faktoren gesucht, mit deren Hilfe sich das Ausmaß der Schädigung der Nervenzellen erkennen und der weitere Krankheitsverlauf abschätzen lässt. Bei dieser Suche sind die Wissenschaftler offenbar einen guten Schritt weitergekommen: Anhand der Menge des Proteins Neurofilament im Blutserum kann bestimmt werden, wie stark die Zellen geschädigt sind. Daraus lässt sich auf den weiteren Krankheitsverlauf schließen.

Der Eiweißstoff Neurofilament ist ein Bestandteil von Nervenzellen und wichtig für den Aufbau des Zellskeletts in den Zellen. Es wird bei Schädigungen ins Blutserum freigesetzt.

Umweltfaktoren und Darmbakterien forcieren die Entzündung

Baktierien beeinflussen unsere DarmfloraWelche Faktoren die Entzündungsprozesse bei der MS beeinflussen, ist Gegenstand intensiver Forschungen und wird zunehmend besser verstanden. Begünstigt werden Entzündungsprozesse offenbar durch Zigarettenrauchen, Übergewicht und einen übermäßigen Kochsalzkonsum, wie in Berlin berichtet wurde. Auch die Zusammensetzung der Bakterien in unserem Darm kann bei der Krankheitsentstehung und auch bei der Forcierung von Entzündungsprozessen eine Rolle spielen. So konnten Studien zeigen, dass sich das sogenannte Mikrobiom bei Menschen mit schubförmig- remittierender MS deutlich anders zusammensetzt als bei gesunden Personen.

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