Gut zu wissen

Wusstet Ihr schon?

… dass die ersten überlieferten Beschreibungen der Multiplen Sklerose in das 14. Jahrhundert zurückreichen? In der Island-Saga von St. Thorlak litt die Wikingerfrau „Hala“ unter kurzzeitiger Blindheit und Sprachstörungen. Die Mediziner deuten dies als mögliche Zeichen einer MS.

… dass die MS Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals konkret beschrieben wurde? Der schottische Pathologe Robert Carswell publizierte 1838 Zeichnungen von Schädigungen des Rückenmarks und 1849 veröffentlichte der deutsche Internist Friedrich von Frerichs seine Arbeit „Über Hirnsclerose“, in der charakteristische klinische Merkmale der MS dargelegt wurden. 1863 postulierte Eduard von Rindfleisch Entzündungsprozesse als Ursache der Nervenschädigungen bei der MS, die 1868 erstmals durch den französischen Arzt Jean-Martin Charcot umfassend als eigenständiges Krankheitsbild beschrieben wurde. Charcot bezeichnete die Erkrankung als „sclerose en plaques“1.

… dass es nach der ersten Beschreibung der Multiplen Sklerose Mitte des 19. Jahrhunderts noch mehr als 100 Jahre dauerte, bis mit den Kortikoiden in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts eine erste wirksame Therapieoption bei der MS gefunden wurde?

… dass Interferone 1957 als körpereigene Proteine (Einweiße) entdeckt, aber erst nahezu 40 Jahre später als Therapieoption bei der MS etabliert wurden? 1993 wurde Beta-Interferon in den USA zur Behandlung der schubförmigen MS zugelassen1. Seither wurden viele neue Medikamente zur Therapie der MS entwickelt und zugelassen.

… dass die MS von Patient zu Patient einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen kann? Sie wird daher auch als „Krankheit der tausend Gesichter“ bezeichnet.

… dass die MS nicht zuletzt dank der inzwischen verbesserten Therapiemöglichkeiten bei der Mehrzahl der Patienten einen günstigeren Verlauf als noch vor einigen Jahren nimmt? Die initialen Symptome bilden sich in aller Regel nach Abklingen des akuten Schubs zunächst zurück.

...dass dank moderner Behandlungsmethoden bei vielen Patienten der Übergang von einer schubförmigen zur sogenannten sekundär progredienten MS verhindert werden kann? Bei vielen Patienten verschlechtert sich nach der Behandlung die Behinderung nicht weiter. Teilweise findet sogar eine Verbesserung bestehender Behinderungen statt².

Quellen: 1. DMSG, Geschichte der MS, www.dmsg.de, eingesehen 9.1.2015; 2. Coles AJ, Neurology 2017; 89 (11): 1117-1126.

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