Leben mit MS

Computerspiele und Kognition: „Let’s play“

Ob mit der Playstation, der X-Box oder am Computer, ob als Tetris, Geschicklichkeitsspiel oder Jump’n Run – wenn Du regelmäßig spielst, schulst Du Dein Gehirn. Das Gute dabei: Du entwickelst zwangsläufig den Ehrgeiz, Dich Level für Level nach oben zu arbeiten. So ganz nebenbei werden dabei die Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeitsspanne und auch die Feinmotorik geschult. Also: „Let’s play – lass uns spielen“, meint Einblick-Bloggerin Christina.

Bildquelle: Sanofi Genzyme

Den Tipp, sich doch mit Playstation oder X-Box zu vergnügen, bekam Christina von ihrem Neurologen, als sie ihm von ihren Konzentrationsstörungen berichtete. „Der Neurologe hat mir geraten, mir eine Playstation zu kaufen und zu spielen, was mir Spaß macht“ schreibt Christina in ihrem Blogbeitrag unter einblick.ms-persoenlich.de. Besser, einfacher und, ganz nebenbei, auch kurzweiliger könne ich meine Kognition gar nicht verbessern! „Aha, okay“.

Spielen fördert die geistige Belastbarkeit„Ich musste nicht groß nachdenken, ich bin nach Hause gefahren, habe meinen Mann eingesammelt und wir sind zum nächsten großen Elektronikmarkt gefahren. Ich will spielen! Der Verkäufer hat mich prompt gefragt, ob die Konsole denn für Sohn, Tochter oder sonstige Ableger gedacht sei. Nein, ganz allein für mich. Ich bin offensichtlich nicht die gängige Zielgruppe, er war etwas aus dem Konzept geraten, aber er hat uns wirklich gut beraten. Voller Zuversicht und Vorfreude habe ich unsere neue Errungenschaft nach Hause getragen. So eine Konsole ist wirklich fast idiotensicher. Kaum mit Strom versorgt, rückt das Ding sofort damit heraus, was es benötigt, um mich in die Welt der bunten Pixel zu entführen“, erzählt die Bloggerin.

„Das erste Spiel, die erste Spielstunde hat mich dann in meiner Euphorie doch gebremst“, schildert sie ihre Erfahrungen. „Ich hatte mir ein aktuelles Adventure-Spiel ausgesucht und stand nach wenigen Minuten des lässigen Figurenbewegens vor der Aufgabe, dass mein Spielheld drei Briefe über Dächer und durch Straßen einer Pixelstadt, die Venedig darstellen soll, überbringen sollte.

Kein Problem! Drei Briefe! Ein Klacks! Jaaaa, wenn da nicht ein Zeitlimit von drei Minuten und etliche Hindernisse inklusive einiger deftiger Schlägereien mit Pixelwidersachern wären! Lange Rede, kurzer Sinn, mein Mann und ich haben unseren Helden abwechselnd auf seine Mission geschickt und wir sind gescheitert, so ungefähr hundert Mal sind wir gescheitert, bis wir unseren erfolglosen Briefzusteller mit seiner Aufgabe seinem Schicksal überlassen haben“.

Heutzutage sind wir alle viel digitaler unterwegs.Schließlich hilft der Sohn der Familie aus: „In Windeseile ist unser Pixelheld unter den Fingern unseres Sohnes über die Dächer geeilt und hat die Briefe zugestellt. Ich war frustriert. Ich habe ein Evolutionsdefizit! Mir fehlt der Konsolendaumen! Um das wettzumachen, gibt es nur einen Weg: Üben, üben, üben!“ Los geht’s! Auf ein Neues! Let’s play once again – lautet ab sofort das Motto. Nächster Versuch: ein Jump-and-Run für Kinder ab sechs Jahren.

Christina: „Wir waren auf dem richtigen Weg! Mein Mann und ich jumpen, rennen, sammeln uns durch eine lustige Comic-Welt. Die Level fangen recht einfach an und steigern sich dann natürlich, es wird immer schneller und komplizierter. Aber die einfachen Level konnten wir zwei Konsolen-Legastheniker meistern! Ich will nicht verschweigen, dass wir auch dafür etliche Anläufe gebraucht haben, aber inzwischen ist nicht mehr jede Schlucht, die sich vor unserem Spielhelden auftut, eine unüberwindliche Hürde, und wir schaffen es auch, auf unserem Weg durch die Pixelwelt des Rayman ein paar wichtige Goodies einzusammeln, die wir brauchen, um am Ende einer jeden Spielsequenz lustige Smileys zu bekommen, die weitere Level freischalten“.

Games bringen dir Abwechslung.„Und noch etwas ist unbestreitbar! Ich bin inzwischen wesentlich geschickter, ich gebe nicht mehr so einfach auf, ich lerne, immer wieder aufzustehen und es wieder zu versuchen. Immer wieder, bis mein Held das Hindernis überwindet“, so Christina. „Ganz nebenbei verbessert sich meine Kognition, ich muss mich konzentrieren, ich muss mehrere Dinge auf einmal im Auge behalten, ich übe mich in Geschicklichkeit, muss Rätsel lösen, mir Dinge merken. Kurzum, das komplette kognitive Trainingsprogramm verbunden mit einer Menge Spaß! Ich gebe zu, es ist zunächst ein fast abwegiger Gedanke, sich mit Mitte fünfzig eine Playstation anzuschaffen, und es ist auch nicht ganz billig, aber es ist einen Versuch wert! Wer also durch die olle Tante MS kognitiv nicht mehr ganz in der ersten Liga mitspielt, kann sich mit Konsolenspielen im wahrsten Wortsinne wieder dorthin spielen“! Der Rat der Bloggerin: „Leiht euch die Konsole eurer Kinder oder Enkel und spielt! Es gibt so viele supertolle Spiele! Sucht euch aus, was euch gefällt und spielt einfach los.“

apropos

Spielend die Kognition trainieren.

Die Einblick-Blogger Christina, Alex und Lara haben es ausprobiert und Dir ihre Tipps & Tricks zusammengestellt. Ihre Berichte findest Du auf dem MS-Bloggerprojekt „Einblick“ unter:

einblick.ms-persoenlich.de/thema-des-monats/kognitionstraining-tipps-und-tricks

/sites/default/files/article-pdf/multiple-sklerose-persoenlich-07-leben-mit-ms-kognition.pdf